Es gibt kein Geheimnis beim Waschen von Handtüchern. Aber es gibt ein paar Parameter die den Unterschied machen zwischen Handtüchern die dauerhaft frisch bleiben und solchen die nach jeder zweiten Benutzung wieder muffig werden. Die meisten dieser Parameter werden im Alltag nicht bewusst gesetzt – sie entstehen einfach aus Gewohnheit. Und manche dieser Gewohnheiten sind problematisch.
Temperatur: der wichtigste Einzelfaktor
Handtücher sollten regelmäßig bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Das ist keine übertriebene Empfehlung – es ist der Temperaturbereich ab dem die meisten Bakterien, die für Handtuchgerüche verantwortlich sind, zuverlässig abgetötet werden.
Wer ausschließlich bei 30 oder 40 Grad wäscht – aus Energie- oder Materialschutzgründen – hält die Bakterienbelastung in Grenzen aber reduziert sie nicht dauerhaft. Über Zeit steigt die Grundbelastung in den Fasern, und der Geruch kommt immer schneller zurück.
Ein pragmatischer Ansatz: Handtücher nicht jeden Waschgang bei 60 Grad waschen, aber mindestens jeden zweiten. Das schont Fasern und Energie, hält die Keimbelastung aber dauerhaft niedrig.
Beladung: weniger ist mehr
Die Trommel sollte bei Handtüchern maximal zu zwei Dritteln gefüllt sein. Frotteehandtücher sind schwer, nehmen viel Wasser auf und brauchen Platz um sich in der Trommel zu bewegen. Eine zu volle Trommel verhindert gleichmäßiges Durchnässen, gleichmäßige Wärmeverteilung und gründliches Ausspülen.
Das klingt nach einem kleinen Detail – ist aber einer der häufigsten Gründe warum Handtücher trotz hoher Temperatur nicht wirklich sauber werden. Lieber zwei kleinere Ladungen als eine überfüllte.
Waschmittelmenge: genau dosieren
Zu wenig Waschmittel reinigt nicht ausreichend. Zu viel Waschmittel spült nicht vollständig aus – Rückstände bleiben in den Fasern, binden Feuchtigkeit und schaffen eine gute Grundlage für Bakterien.
Die Dosierempfehlung auf der Waschmittelverpackung ist ein sinnvoller Ausgangspunkt. Sie berücksichtigt Wasserhärte und Beladungsmenge. Wer in einer Region mit hartem Wasser lebt, braucht etwas mehr. Wer eine kleine Ladung wäscht, entsprechend weniger.
Pulverwaschmittel gilt bei vielen Experten als etwas effektiver gegen hartnäckige Gerüche als Flüssigwaschmittel – weil es keine zusätzlichen Konservierungsstoffe enthält die sich in den Fasern ablagern können. Kein dramatischer Unterschied, aber ein Faktor der auf lange Sicht eine Rolle spielt.
Schleudern: so hoch wie möglich
Je mehr Wasser die Maschine bereits herausschleudert, desto kürzer die Trocknungszeit danach. Und kürzere Trocknungszeit bedeutet weniger Zeit für Bakterienwachstum.
Für Handtücher sind 1200 bis 1400 Umdrehungen sinnvoll. Wer bisher bei 800 oder 1000 schleudert, wird nach dem Erhöhen merken dass die Handtücher deutlich trockener aus der Maschine kommen – und schneller fertig trocknen.
Weichspüler: weglassen
Das ist keine neue Empfehlung, aber sie gehört hier dazu. Weichspüler hinterlässt einen Film auf den Fasern der die Saugfähigkeit reduziert, das Trocknen verlangsamt und Bakterien begünstigt. Wer dauerhaft bessere Ergebnisse möchte, lässt ihn weg.
Als Alternative: ein Schuss weißer Essig oder etwas Zitronensäure ins Weichspülerfach. Beides macht Fasern weicher als man erwartet, ohne die negativen Effekte von Weichspüler.
Nach dem Waschen
Der Waschgang allein reicht nicht. Handtücher direkt nach dem Waschen aus der Maschine nehmen – nicht im Trommelfeucht liegen lassen – und sofort aufhängen. Vollständig ausbreiten, mit Abstand, an einem Ort wo Luft zirkulieren kann.
Wer alle diese Punkte konsequent umsetzt, wird merken dass sich das Geruchsproblem bei Handtüchern in den meisten Fällen dauerhaft löst – ohne Spezialprodukte und ohne großen Mehraufwand.
