Handtücher einweichen vor dem Waschen – wann es wirklich hilft

Einweichen klingt nach Hausmittel aus der Vergangenheit – nach Waschzuber und Großmutters Küche. In Zeiten von Hightech-Waschmaschinen und spezialisierten Waschmitteln wirkt es fast anachronistisch. Aber es gibt Situationen in denen Einweichen tatsächlich das effektivste ist was man tun kann – und zwar genau dann wenn die Waschmaschine allein nicht mehr ausreicht.

Was Einweichen bewirkt

Wenn Handtücher über längere Zeit in warmem Wasser liegen, weichen tiefsitzende Rückstände in den Fasern auf. Körperfett, eingetrocknete Hautschuppen, Waschmittelreste – all das sitzt in den Frotteestrukturen und wird durch kurzes Maschinenwaschen nicht vollständig gelöst. Warmes Wasser mit ausreichend Einwirkzeit löst diese Rückstände auf, bevor der eigentliche Waschgang beginnt.

Das Ergebnis: Der Waschgang hat eine deutlich bessere Ausgangsbasis. Was vorher tief in den Fasern festsaß, ist bereits aufgeweicht und kann beim Waschen vollständig herausgespült werden.

Wann es wirklich sinnvoll ist

Einweichen lohnt sich nicht bei jedem Waschgang – das wäre unnötiger Aufwand für Handtücher die kein ernsthaftes Geruchsproblem haben. Es lohnt sich gezielt in bestimmten Situationen.

Bei hartnäckig muffigen Handtüchern die bereits mehrere normale Waschgänge ohne dauerhaften Erfolg überstanden haben. Bei Handtüchern die lange bei niedrigen Temperaturen oder im Kurzprogramm gewaschen wurden und eine aufgebaute Grundbelastung haben. Und bei Handtüchern die nach langer Lagerung – etwa saisonale Gästehandtücher die monatelang im Schrank lagen – einen alten, muffigen Geruch haben.

In diesen Fällen ist Einweichen kein Luxusschritt sondern eine sinnvolle Vorbereitung die den Waschgang deutlich wirksamer macht.

Die beste Methode

Die einfachste und wirksamste Methode: Handtücher in eine große Schüssel oder Badewanne mit heißem Wasser legen – so heiß wie es das Material verträgt, für Baumwollfrottee also durchaus sehr warm. Einen großzügigen Schuss weißen Essig oder Essigessenz dazugeben.

Einwirkzeit: mindestens 30 Minuten, bei stark belasteten Handtüchern auch eine Stunde oder länger. Danach nicht ausspülen, sondern direkt in die Maschine geben und normal waschen – bei 60 Grad, ohne Weichspüler.

Der Essig im Einweichwasser löst Fettfilme und Bakterienrückstände auf und verändert den pH-Wert so dass Bakterien während des anschließenden Waschgangs schlechtere Überlebensbedingungen haben.

Natron als Alternative zum Einweichen

Wer keinen Essig verwenden möchte oder eine mildere Alternative sucht, kann Natron ins Einweichwasser geben. Zwei bis drei Esslöffel auf eine Schüssel Wasser reichen. Natron wirkt anders als Essig – es neutralisiert Gerüche chemisch ohne antibakteriell zu wirken – aber als Vorbereitung für einen heißen Waschgang kann es trotzdem einen Beitrag leisten.

Die Kombination aus Natron im Einweichwasser und Essig im Weichspülerfach beim anschließenden Waschgang nutzt die Stärken beider Mittel.

Was Einweichen nicht kann

Einweichen ist eine Vorbereitung, kein Ersatz. Es löst Rückstände auf – aber es tötet keine Bakterien ab und reinigt nicht vollständig. Der anschließende Waschgang bei ausreichender Temperatur ist zwingend notwendig um das Ergebnis zu sichern.

Wer einweicht und danach bei 30 Grad im Kurzprogramm wäscht, verschwendet den Aufwand des Einweichens weitgehend. Der Waschgang muss die Arbeit vollenden die das Einweichen vorbereitet hat.

Für alle die ihre Handtücher nach dem Einweichen optimal waschen möchten, lohnt sich ein Blick in den Artikel Handtücher richtig waschen – dort sind alle relevanten Parameter für einen wirklich wirksamen Waschgang zusammengefasst.