Wer seine Waschmaschine reinigen möchte, steht vor einer überraschend großen Auswahl. Tabs, Pulver, Flüssigreiniger, Spezialprodukte für Schimmel oder Kalk, Markenprodukte und Eigenmarken – die Unterschiede zwischen all diesen Produkten sind nicht immer offensichtlich. Und nicht jedes Produkt das gut klingt, macht auch einen spürbaren Unterschied.
Was Waschmaschinenreiniger überhaupt leisten sollen
Ein guter Waschmaschinenreiniger hat im Wesentlichen zwei Aufgaben: Kalkablagerungen lösen und Bakterien sowie Schimmelrückstände in der Trommel und den Schläuchen reduzieren. Manche Produkte konzentrieren sich stärker auf eine dieser Aufgaben, manche versuchen beides.
Kalkentferner und Maschinenreiniger sind nicht dasselbe – auch wenn viele Produkte beides kombinieren. Wer in einer Region mit sehr hartem Wasser wohnt, hat ein stärkeres Kalkproblem und braucht ein Produkt das explizit Kalk löst. Wer hauptsächlich ein Geruchsproblem hat, braucht eher antibakterielle Wirkung.
Tabs vs. Pulver vs. Flüssig
Tabs sind die praktischste Form: einfach in die Trommel legen, Programm starten, fertig. Sie dosieren sich selbst und sind für die meisten Haushalte ausreichend. Gute Tabs enthalten sowohl Entkalker als auch Tenside die Bakterienrückstände lösen.
Pulverreiniger bieten oft mehr Flexibilität bei der Dosierung und sind häufig günstiger pro Anwendung. Für stark verschmutzte Maschinen oder sehr hartes Wasser kann man die Menge anpassen. Der Nachteil: etwas unpraktischer in der Handhabung.
Flüssigreiniger werden direkt ins Waschmittelfach gegeben und verteilen sich gut in der Maschine. Sie wirken oft schneller als Pulver aber sind in der Regel teurer und haben eine kürzere Haltbarkeit nach dem Öffnen.
Worauf man beim Kauf achten sollte
Ein paar Punkte die sich beim Vergleich lohnen zu prüfen: Enthält das Produkt sowohl Entkalker als auch antibakteriell wirkende Komponenten? Ist es für Frontlader geeignet – was bei den meisten Haushaltsprodukten der Fall ist, aber nicht bei allen? Und wie viele Anwendungen stecken in einer Packung – der Preis pro Anwendung sagt mehr als der Gesamtpreis.
Markenprodukte wie Calgon, Dr. Beckmann Maschinenpflege oder Miele Maschinenreiniger haben einen guten Ruf und funktionieren zuverlässig. Eigenmarken großer Drogeriemärkte sind oft deutlich günstiger und für regelmäßige Reinigung in normalen Haushalten ausreichend.
Wie oft und bei welcher Temperatur
Waschmaschinenreiniger entfalten ihre Wirkung am besten bei hohen Temperaturen. Die meisten Hersteller empfehlen 60 bis 90 Grad, leere Trommel, volles Programm – kein Kurzprogramm. Wer ein Kurzprogramm wählt, riskiert dass der Reiniger nicht vollständig arbeiten kann.
Für regelmäßige Pflege reicht einmal im Monat. Bei Maschinen die lange nicht gereinigt wurden oder stark verschmutzt sind, kann es sinnvoll sein zwei Durchgänge hintereinander zu machen – einmal mit Reiniger, danach nochmals leer mit Essig als Nachspülung.
Essig als Alternative
Wer keine Spezialprodukte kaufen möchte, kann für den Reinigungswaschgang auch einfach weißen Haushaltsessig oder Zitronensäure verwenden. Etwa 500 ml Essig ins Waschmittelfach, 90 Grad, leere Trommel. Das löst Kalk, neutralisiert Gerüche und hat eine gewisse antibakterielle Wirkung.
Ob das genauso gut funktioniert wie ein Markenprodukt hängt vom Ausmaß der Verschmutzung ab. Für regelmäßige Wartung ist Essig eine kostengünstige und gut funktionierende Option. Für eine einmalige Tiefenreinigung nach langer Vernachlässigung ist ein spezialisierter Reiniger oft die effektivere Wahl.
Wer nach der Maschinenreinigung auch die Gummidichtung gezielt angehen möchte, findet dazu alle Details im Artikel Gummidichtung der Waschmaschine reinigen.
